Dankesbrief 2007

 


Liebe Tanzaniafreunde, sehr verehrte Damen und Herren,

Die „Medizinische Notversorgung Tansania“ (MNT) befindet sich nun bereits im 25. Jahr ihres Bestehens. Das bedeutet Erfahrung, Dank und auch Sorge. Sie haben uns schon seit langem die Stange gehalten oder haben sich dazu entschlossen, unsere Arbeit erst seit kurzem zu unterstützen. Dafür sind wir überaus dankbar. Wir hängen von Ihren Spenden ab, da wir keine festen Einkünfte für die Unterstützung der tansanischen Krankhäuser in Machame oder Karatu haben. Es ist sicher schwierig, das Interesse an einer solch wichtigen Aufgabe über die Jahrzehnte wach zu halten. Informationen über weitere wichtige Hilfsprojekte flimmern täglich über unseren Bildschirm. Wir sind schon froh, dass wir einen Internetauftritt für unser Hilfsprojekt haben, in dem wir Informationen mit Wort und Bild regelmäßig aktualisieren.
Da kommt manches viel eindrucksvoller zur Darstellung als in einem Dankesbrief.
Die Mitarbeiter von MNT stellen sich unentgeltlich in den Dienst der Sache. Sie können also davon ausgehen, dass Ihre Spende nicht durch Verwaltungskosten gekürzt wird, sondern in vollem Umfang den Krankenhäusern zugute kommt.

Machame Hospital

Wie alle ländlichen Krankenhäuser muss auch das Machame Hospital darum kämpfen, das noch vorhandene medizinische Personal zu halten und die entstandenen Lücken mit neuen Kräften aufzufüllen. Dies gilt vor allem für die Pflegekräfte und Hebammen. Die tansanische Regierung hat das monatliche Grundgehalt für Krankenschwestern auf 300.000,-- Tansaniaschillinge erhöht. Dies entspricht ca. 200 € und stellt für tansanische Verhältnisse ein gutes Monatseinkommen dar. Da können die kirchlichen Krankenhäuser mit einem entsprechenden Monatslohn von 40.000,-- Tsh., also etwa 12,5 % des Regierungslohns nicht mehr mithalten. Das Missionswerk in Neuendettelsau hat zusammen mit anderen Missionswerken eine Eingabe an den tansanischen Ministerpräsidenten und an die Botschaften der Geberländer in Tansania gemacht, um um erhöhte Gehaltszuschüsse für kirchliche Krankenhäuser zum Ausgleich zu bitten. Schließlich stellen die Kirchen ca. die Hälfte aller Krankenhäuser im Land und ein Zusammenbruch dieses lebenswichtigen Dienstes hätte verheerende Folgen. Wir können da nur weiter die Lieferung angeforderter Medikamenten durchführen und auf diese Weise das Krankenhaus entlasten. Zurzeit stellen wir pro Jahr für Machame 30.000,-- € zur Verfügung. Davon entfallen auf Medikamentenlieferung aus Holland 15.000,-- € und die anderen 15.000,-- € auf finanzielle Unterstützung des Krankenhauses, um in Tansania selbst Medikamente, Verbandsstoffe und Ähnliches einzukaufen.

Machame 07


Die Medikamentenlieferungen aus Holland werden immer teuerer durch den Anstieg der Luftfrachttarife. Im nächsten Jahr werden wir mit dem Leitenden Arzt des Machame Hospitals, Dr. Mark Mvungi, über die Erfahrungen mit dem bisherigen Hilfsmodell diskutieren und überlegen, ob sich nicht doch für die Zukunft bessere Lösungen finden lassen. Der Jahresbericht 2006 lässt eine deutliche Zunahme an größeren Operationen erkennen. Das ist auf die Aktivität von Dr. Mvungi, aber auch auf den deutschen Gynäkologen Dr. Hans Reichold zurückzuführen, der zumindest schon ab September 2006 in Machame tätig war. Leider wird Dr. Reichold mit seiner Frau Ende Dezember 07 nach Deutschland zurückkehren. Die Nordiözese wünscht sich jetzt von den Missionswerken einen Internisten, woraus zu entnehmen ist, dass sie bereits einen tansanischen Gynäkologen im Visier hat.
Ansonsten will sich das Machame Hospital in Zukunft mit einem neu erbauten Op-Saal für orthopädische Operationen engagieren. Dies beinhaltet neben operativer Versorgung von Knochenbrüchen auch den Gelenksersatz bei Hüftgelenken. Dieses Gebiet wird vor allem von amerikanischen kirchlichen Krankenhäusern unterstützt.

Karatu Hospital

In gewisser Weise muss auch dieses Krankenhaus unter Personalknappheit leiden. Allerdings steht durch den Status eines Distriktkrankenhauses auch mehr Hilfe durch die Regierung zur Verfügung. Dies würde auch Personal einschließen. Leider kann dies meist nur Personal sein, das nicht aus dem Karatu-Gebiet stammt und daher in Mitarbeiterhäusern untergebracht werden muss. Diese stehen allerdings nicht zur Verfügung. Es wird noch manchem in Erinnerung sein, dass wir vor 4 Jahren dem damaligen neuen Chefarzt Dr. Makyao ein Arzthaus finanzieren mussten. Wir hatten früher noch ein besseres Polster an Spenden, so dass wir uns auch in diesen Dingen engagieren konnten. Jetzt sind wir froh, dass uns in diesen Dingen immer mehr das Dekanat Altdorf zur Hilfe kommt. Ein Schwesternhaus für Karatu haben sie schon eingeplant und dann wird noch eine Verbrennungsanlage für Krankenhausabfälle gebraucht, die Altdorf ebenfalls übernehmen will. Ein neues Krankenhausauto, das wir mit Altdorf gemeinsam finanziert haben, ist dort schon seit geraumer Zeit täglich im Einsatz. 60 Prozent des Krankenhaushaushalts bekommt Karatu durch die Regierung gestellt, 40 Prozent muss es selbst erwirtschaften. Da sind wir noch sehr gefragt, denn die meisten Patienten sind laut Regierungspolitik kostenfrei zu behandeln.

Mutter mit Kind Karatu

Es wäre sicher absolut notwendig, noch ein weiteres Mitarbeiterhaus zu finanzieren. Dafür müssten wir aber über Medikamentenhilfe und Zuschuss zum Krankenhaushaushalt hinaus Überschüsse haben. Wir sind immer mehr der Überzeugung, dass Krankenhäuser mit qualifizierten Mitarbeitern stehen und fallen. Sicher trifft dies auch für andere Institutionen zu. In den ländlichen Gebieten Tansanias sind solche Mitarbeiter besonders schwer zu bekommen. Besonders tragisch wäre es, Mitarbeitern absagen zu müssen, weil man sie nicht unterbringen kann. Es darf an dieser Stelle auch noch mal bekannt gemacht werden, dass derzeit 2 Medizinstudenten aus dem Gebiet Karatu durch private Stipendien aus Altdorf und Bayreuth in Tansania studieren und dann per Vertrag nach Abschluss ihres Studiums in Karatu zum Einsatz kommen.

Weihnachten führt uns in den Stall von Bethlehem, nicht in den Tempel von Jerusalem und so danken wir Ihnen ganz herzlich, dass Sie sich mit uns dort engagieren, wo Mangel herrscht.

Wir wünschen Ihnen ein friedvolles Weihnachtsfest und viel Hoffnung für das Neue Jahr

Wir danken Ihnen ganz herzlich für all Ihre Mithilfe

Ihr
Dr. Fritz Seiler

   
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