Dankesbrief 2016

Liebe Tanzaniafreunde, sehr geehrte Damen und Herren,

Warum soll nicht auch Afrika mal zu uns kommen? Im Oktober 2016 war es so weit:


Partnerschaftsfest am 30.Oktober 2016
Alle Kirchenpartnerschaften im Bereich des Kirchenkreises Bayreuth – so ziemlich deckungsgleich mit Oberfranken – sollten sich in Bayreuth in der Stadtkirche präsentieren und sie haben es auch getan. Der Bischof der Norddiözese der Evang. Luth. Kirche von Tansania, Dr. Fredrik Shoo, hat sogar die Predigt gehalten und das in Deutsch. Schließlich hat er mindestens 5 Jahre an der Theologischen Hochschule im mittelfränkischen Neuendettelsau zugebracht.
Zwei Aussprüche sind aus der Predigt vor allem in Erinnerung geblieben:

„Jeder Tag ist Reformationstag, denn wir nehmen es uns ja immer wieder vor, heute alles besser zu machen als gestern.“ Und: „A hungry man, is a an angry man“ Ein Hungriger ist wütend. Das soll heißen, wir können keinen Frieden erreichen, wenn vielen Menschen die elementaren Dinge vorenthalten werden.

Partnerschaftsfest Wolfgang Bouillon 20161030 7803

Foto. Wolfgang Bouillon, OAB-Bayreuth.de

Partnerschaftsfest Wolfgang Bouillon 20161030 7813Foto. Wolfgang Bouillon, OAB-Bayreuth.de


Wir hatten es uns auch sehr gewünscht, dass Ärzte aus unseren beiden Partnerkrankenhäusern in Tansania dabei gewesen wären. Dem einen hatte die Deutsche Botschaft in Dar es Salaam das Visum verweigert, den anderen ließ der Präsident des Landes nicht ziehen. Er sieht es anscheinend nicht gerne, wenn höhere Regierungsangestellte für „nichtige Anlässe“ das Heimatland verlassen. So musste eben Bischof Dr. Fredrik Shoo alle Kooperationsverträge mit der Norddiözese und zwei ihrer Krankenhäuser selbst unterschreiben.

Partnerschaftsfest Wolfgang Bouillon 20161030 7920

Foto. Wolfgang Bouillon, OAB-Bayreuth.de


Bei aller Schreibarbeit mit Verträgen etc. kamen die Gespräche nicht zu kurz. Zur wohltuenden Auflockerung haben spontan gebildete Chöre mit exotischem Flair beigetragen.
Die beiden tansanischen Ärzte müssen nun mit einem DVD Spielfilm über Dr. Martin Luther vorliebnehmen, den sie auch in englischer Sprache abspielen können.
In den Krankenhäusern ist nach wie vor sehr viel zu tun:


Karatu Hospital
Dieses Krankenhaus bildet bei gerade mal 120 Krankenhausbetten Krankenschwestern und Hilfsärzte (Clinical Officer) simultan aus. Eben hat das dritte Graduierungsfest unter Beisein des Bischofs stattgefunden. Ein von uns gespendeter Minibus ist im Juni 2016 endlich unversehrt in Karatu eingetroffen. Er hat das täglich pünktliche Erscheinen von 20 Mitarbeitern ermöglicht, die in der 7 km entfernten Stadt wohnen. Mit dieser Ausgabe von mehr als 20 000 € haben wir uns wohl etwas „verhoben“, aber was sollten wir machen, wenn nur auf diese Weise der Arbeitsfrieden im Krankenhaus wiederhergestellt werden konnte? Wir haben auch in andere Ausrüstungsgegenstände wie z.B. Ultraschallgerät und Sauerstoff Konzentratoren investiert, weil diese Dinge dringend gebraucht wurden. Nun steht noch die Erneuerung einer Solarstromanlage an, um den Dieselgenerator bei Stromausfall zu schonen und die Ausgaben für Treibstoff zu minimieren. Wenn wir ehrlich sind, so können wir beim momentanen Kontostand nur das Nötigste bedienen.

Minibus für Karatu 20160610 7553

 

Machame Hospital
Im Machame Hospital hat es Anfang September 2016 einen Wechsel an der Spitze gegeben. Dr. Saitore Laizer wurde versetzt, weil er wohl von der Regierung zu stark als externer medizinischer Prüfer im ganzen Land eingesetzt wurde. Damit stand er dem Machame Hospital zu wenig zur Verfügung. Die Position des Medizinischen Direktors hat nun Dr. Humphrey Shao übertragen bekommen. Wir sind gerade dabei, ihn über elektronische Medien kennen zu lernen und neue Wege der Kooperation zu suchen. Mit der Medikamentenversorgung sind wir da schon auf einem guten Weg. Da jetzt der oberste Bischof mit dem neuen Vertrag vertraut ist, wird er diesen auch an seine Untergebenen weiterreichen und entsprechend die Umsetzung kontrollieren.
Noch Mal Reformation
„Die Trennlinie liegt nicht zwischen katholisch oder evangelisch, sondern zwischen liberal und konservativ.“ und weil dies ein weiterer Spruch aus der Predigt von Bischof Dr. Shoo war, möchten wir noch von seinem afrikanischen Hintergrund hinzufügen:
„Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus“ 1.Korinther 3,11
Atheismus und Agnostizismus gehen gar nicht in Afrika. Dies nur für die, die das Wort liberal aus afrikanischem Mund falsch verstanden haben könnten.


Dank
Ohne Ihre Hilfe wären viele kranke Kinder und Erwachsene am Kilimanjaro und am Ngorongoro krank geblieben oder sogar verstorben. Es wären Ärzte und Pflegekräfte enttäuscht oder sogar verzweifelt, weil sie gewusst hätten, wie zu helfen sei und ihnen leider einfach die Mittel dazu fehlten.
Vielen Dank für Ihre Hilfe im Jahr 2016. Bleiben Sie uns gewogen.
Ihnen persönlich wünschen wir eine frohe Advents- und Weihnachtszeit und Gottes Segen für das Neue Jahr.

Ihre

Dr. med. Fritz Seiler, Bayreuth

Pfr. Otto Guggemos, Dekanatsmissionspfarrer Dekanat Bayreuth

Matthias Herbolzheimer, Dekanatsmissionsbeauftragter Dekanat Bayreuth

   
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