28. Mai 2020

Liebe Tansaniafreunde,

ich hoffe, es geht Ihnen allen gut. Ich möchte Sie mit diesem Bericht etwas auf dem Laufenden halten, was unsere Partner in Tansania betrifft. Nachdem das tansanische Gesundheitsministerium bis Mitte April wöchentlich Lageberichte abfasste, ist diese Offenheit seit Mitte April abhandengekommen. Aus internationalen Quellen geht hervor, dass mit Stand 16. Mai in Tansania insgesamt 509 positiv getestete Fälle zu verbuchen sind, darunter bislang 21 Todesfälle. 108 Patienten sollen mittlerweile genesen sein. Auf einer Karte der WHO ist die Anzahl von neuen Corona-Fällen in der Woche vom 30. April bis 6.Mai farblich dargestellt. Tansania und Kenia werden der Kategorie 101 - 1000 neue Fälle zugeordnet. Die afrikanischen Hotspots liegen in Ägypten, Algerien, Ghana, Nigeria und Republik Südafrika.

Die Krankenhausverwalterin des Machame Hospitals, Frau Blessing Kisanga, schreibt in einer Mail, dass die Medikamentensendung von „Action Medeor Tanzania Ltd.“ im Wert von 7.500 € für das erste Halbjahr 2020 gut angekommen ist. Im zweiten Teil der Mail geht sie auf die Folgen von Corona für die Krankenhäuser ein.

Sie schreibt, dass COVID-19 eine echte Herausforderung darstellt und dass es eine Reihe von Regierungsvorschriften gäbe, die sie alle einhalten würden. Sie wüssten zwar noch nicht, was COVID-19 medizinisch bedeutet, aber die ökonomischen Auswirkungen würden bereits zu massiven Einschränkungen führen. Sowohl der Tourismus als auch andere Wirtschaftszweige sind im Niedergang. Auch die Krankenhäuser würden diese ökonomischen Auswirkungen zu spüren bekommen. Die Patientenzahlen hätten sich mindestens halbiert und viele Patienten würden nur in fortgeschrittenem Zustand eingeliefert. Dies läge auch daran, dass die Leute fürchten, ihren Job und dadurch ihr Einkommen und infolgedessen ihre Krankenversicherung zu verlieren. Demgegenüber würden die laufenden Kosten des Krankenhauses weiterlaufen, was zu einer schwierigen finanziellen Situation führt. Ein zusätzlicher Kostenfaktor würde durch Schutzkleidung für das medizinische Personal verursacht. Dieses Material würde im Raum Moshi zwar verfügbar sein, muss allerdings vom Krankenhaus selbst bezahlt werden.

Der Brief schließt mit: Wir können nur versuchen, unser Bestes zu geben und darum zu beten, als Individuen und als Institution zu überleben.

Ich denke, das können wir gleich in unsere Fürbitte aufnehmen.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Dr. med. Fritz Seiler

Nachruf Pfr. i. R. Johann Rösch

verstorben am 25.April 2020 in Neuendettelsau

Johann Rösch

 

Wir verdanken Pfr. Johann Rösch sehr viel. Schließlich ist er bei der Partnerschaft zwischen dem Dekanat Bayreuth und der Norddiözese der Ev. Luth. Kirche in Tansania (ELCT) Pate gestanden. Das Projekt Medizinische Notversorgung Tansania (M.N.T.) ist aus dieser Partnerschaft entstanden. Als er 1983 diese wichtige Entwicklung als Gemeindepfarrer der Bayreuther Friedenskirche und als Dekanatsmissionspfarrer für den Dekanatsbezirk angeschoben hat, konnten wir nicht ahnen, dass er schon zwei Jahre später wieder einen Auftrag des Bayerischen Missionswerks als Ausbilder von Religionslehrern im Kilimanjarogebiet in Tansania antreten würde. Wir mussten dann erst einmal mit dem Projekt alleine zurechtkommen. Trotzdem sind wir immer in Verbindung geblieben. Im Februar 1986 haben wir ihn in Mwika (Ostkilimanjaro) besucht. Bei dieser Gelegenheit ist das Foto bei einem Sonntagsgottesdienst entstanden, das ihn inmitten von tansanischen Pfarrern zeigt. Dieses Foto ist nicht hoch genug zu schätzen, da sich Pfr. Johann Rösch nie in den Vordergrund geschoben hat. Aus diesem Grunde sind in unseren Archiven kaum Bilder von ihm vorhanden. Wir von M.N.T. und auch die früheren Gemeindeglieder der Friedenskirche haben Pfr. Johann Rösch sehr geschätzt. Zu unserem 25-jährigen M.N.T.-Jubiläum (2008) ist er gerne nach Bayreuth gekommen, und er hat sich von einer Moderatorin von Radio Mainwelle interviewen lassen.

 

TraueranzeigeJohannRoesch

 

Pfr. Johann Rösch ist am 25. April 2020 in einem Seniorenheim in Neuendettelsau verstorben. Am 30. April 2020 wurde er auf dem Friedhof der St. Nikolaikirche in Neuendettelsau beerdigt. Die Angehörigen haben die Beziehung des Verstorbenen zu MNT so eng gesehen, dass an Stelle von Blumenspenden eine Spende an die Medizinische Notversorgung Tansania erbeten wurde.

Dr. Fritz Seiler

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